| Orthopädische
Schuhzurichtungen |
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1. Orthopädische Schuhzurichtungen, Stabilisierung und Schaftanpassung
Durch gezielte Adaptionen am genormten und industriell hergestellten
Konfektionsschuh lassen sich die Fussfunktionen beeinflussen. Sie
dienen dazu, das Gangbild zu verbessern, Beschwerden zu vermindern,
Druckspitzen zu verringern, Längenunterschiede auszugleichen,
die Passform zu verbessern und andere Hilfsmittel wie Orthesen und
Einlagen funktionell zu unterstützen |
| Orthopädische
Zurichtung am Konfektionsschuh |
| Orthopädische Schuhzurichtungen stellen eine ein wirksame
Hilfe bei konservativer und post-operativer Behandlung dar. Besonders
vorteilhaft ist, daß durch eine schnelle Versorgung den Patienten
eine sofortige Verbesserung und Erleichterung beim Stehen und Gehen
ermöglicht wird. Es können korrigierende, stützende,
bettende und entlastende Elemente im Schuh eingebaut werden. Damit
eine therapeutische Maßnahme dauerhaft zur Wirkung kommen kann,
bedarf es geeigneter Konfektionsschuhe, die gut passen und äußerlich
in einem guten Zustand sind, um eine ausreichende Tragezeit zu garantieren. |
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Zurichtungen am Absatz
Der Pufferabsatz
Durch einen Pufferabsatz wird der Auftritt der Ferse gedämpft. Dies
kann sich bei Fußwurzelarthrosen oder schmerzhaften Verschleißerscheinungen
an Knie, Hüfte sowie an der Wirbelsäule positiv auswirken. Um die
Stauchwirkung zu mindern reicht es aus, den hinteren Teil des Absatzes
mit weichem Material neu aufzubauen. Dadurch behält der Schuh seine
nötige Stabilität, um ein seitliches Abknicken zu verhindern. Auf
eine nötige Absatzbreite ist zu achten, z.B. keine Damen-Pumps.
Die
Absatz- und Sohlenverbreiterung
Die seitliche Verlagerung der Lauffläche bei Knick-, Platt- und Klumpfüßen
erhöht die Standsicherheit im Sinne des Lotaufbaus. Um die Gefahr
des Kippens einzuschränken oder ganz auszuschalten, sollte nur festes
Material verwendet werden.

Absatz-
oder Schuherhöhungen zum Ausgleich von Beinlängendifferenzen
Besseres Durchschwingen der behinderten Gegenseite bei Lähmungen und
Knieversteifungen, zur Entspannung der Achillessehne (z.B. nach operativen
Maßnahmen oder nach Wadenmuskelriß.

Zurichtungen
an der Sohle
Zurichtungen an der Sohle
können den Abwicklungsvorgang beim Gehen verbessern und in der
Richtung
beeinflußt werden, Entlastung im Vorfußbereich ist möglich!
Die
Mittelfußrolle oder Zurückgelegte Rolle
Die Abwicklungslinie liegt weit hinter dem Mittelfußköpfchen, dadurch
wird die Abrollung unterstützt und begünstigt, was eine Entlastung
für das Sprunggelenk bei Bewegungsschmerzen oder Bewegungseinschränkungen
bedeutet. Zusätzlich ist eine Entlastung für die Wadenmuskulatur und
Achillessehne verbunden.

Die Ballenrolle
Die Ballenrolle liegt mit ihrer Abwicklungslinie auf der Höhe Groß-
und Kleinzehenballen. Die Bewegungen in den Zehengrundgelenken werden
vermindert, was eine Entlastung, Schonung und somit Schmerzlinderung,
insbesondere bei Versteifungen und Entzündungen dieser Gelenke bedeutet
(die Rolle muss das Endglied der Großzehe vom Bodendruck bei Hallux
rigidus frei halten). Dies geschieht durch eine Aussparung im Sohlen-
und Brandsohlenbereich unter dem Endglied.

Sohlenversteifungen
Sohlenversteifungen werden angewandt bei Zehenverlust, kontraktem
Spreizfuß, starkem Hallux valgus. Bei Sohlenversteifung wird die vorhandene
Sohle gelöst. Glasfaserstoffe bieten heute große Festigkeit bei geringer
Gewichtszunahme, Sohlenversteifungen werden immer in Verbindung mit
einer Ballenrolle gefertigt, um das Abrollen zu erleichtern. Seitliche
Sohlenversteifungen haben einen supinatorischen oder pronatorischen
Effekt.

Schmetterlingsrollen
mit Weichbettung im Vorfußbereich
Schmetterlingsrollen mit Weichbettung im Vorfußbereich für den Spreizfuß
sind vom Aufbau das gleiche wie Ballenrollen, jedoch mit Freilegung
der Mittelfußköpfchen II und III. Durch diese Rollentechnik werden
die Mittelfußköpfchen II und III entlastet. Sie sind die am weitesten
nach vorne gelagert und so dem Bodendruck am stärksten ausgesetzt.
Durch eine Aussparung der Sohle und Brandsohle werden diese von der
Bodenberührung befreit. Die Mittelfußköpfchen I und V müssen noch
voll belastbar sein. Die Schmetterlingsrolle übt keine Korrekturfunktion
auf den Spreizfuß aus, sondern bietet nur eine Entlastung. Um ein
Absinken der Mittelfußköpfchen zu verhindern, ist immer eine Fußbettung
zu verordnen. Bei allen Zurichtungen an der Sohle muss eine Absatzangleichung
erfolgen, um zu verhindern, dass es zu Verspannungen in der Wadenmuskulatur
kommt und dass es zu einer gleichmäßigen Schrittabwicklung verhilft.

Außen-
oder Innenranderhöhungen
Schuh - Außen- oder Innenranderhöhungen sind anzuwenden bei Fehlbelastungen
des Knies, um bei extremen Innen- oder Außentretern eine gleichmäßige
Sohlenbelastung zu erreichen. Eine Sohlenranderhöhung, innen oder
außen angebracht, verändert die Auftrittsbelastung des oberen und
unteren Sprunggelenks in Supination oder Pronation.

Längs-
und Quergewölbestützen
Längs- und Quergewölbestützen fest im Schuh eingebaut sind bei Senk
- Spreizfuß anzuwenden, wenn keine Versorgung mit losen Einlagen möglich
ist (z.B. bei Sandalen, eleganteren Schuhen).

Die orthopädische Schuhzurichtung
eignet sich nur für die Behandlung leichterer Krankheitsbilder und
kann nicht die orthopädische Maßversorgung ersetzen. |
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